Schacholympiade 2008 in Dresden

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Portrait GM Daniel Fridman

/images/uploads/2261b30a1d1a56310d8ff61d387c4053.jpgvon Frank Hoppe
Daniel Fridman wurde am 15. Februar 1976 im lettischen Riga geboren. Das Schachspiel erlernte er im Alter von 4 Jahren von seinem Vater, einem eher schwächeren Amateurspieler. Mit 7-8 Jahren besuchte er zum ersten Mal einen Schachklub und hatte in Vija Rozlapa seinen ersten Trainer. Mit wachsender Spielstärke kamen immer bessere Übungsleiter. Bis zu seinem 12. Geburtstag arbeitete er mit Michail Moskowitsch zusammen. Als Moskowitsch nach Israel auswanderte, trainierte er mit IM Alvis Vitolins und später mit GM Vladimir Bagirow. Beide Trainer starben viel zu früh, Vitolins 50jährig 1997 und Bagirow 63jährig im Jahr 2000.

Seinen ersten Auftritt in Deutschland hatte er im Dezember 1992 in der A-Gruppe des Potsdamer Weihnachtsturniers. Der 16jährige (Elo 2380) belegte hinter Pawel Jaracz, Ralf Schöne, Josef Jaracz und Marek Dyballa den 5. Platz. Zuvor war er bei der U16-Weltmeisterschaft in Duisburg Dritter geworden, punktgleich mit Weltmeister Peter Swidler.
Mit 18 wurde er 1994 Internationaler Meister und gewann zwei Jahre später die Lettische Meisterschaft. Lettische Meistertitel errang er in der Jugend, als auch im Blitz- und Schnellschach und mit der Mannschaft.

 

/images/uploads/8e16d76eadea1649827a192227539013.jpg1994 beendete Daniel Fridman in Riga die reguläre Schule und die Rigaer Schachschule. Er entschied sich fortan für eine professionelle Schachkarriere.

Bemerkenswert ist die Tatsache, das er im Juli 1994 bereits für einen deutschen Verein spielte. Der SC Bonn/Beuel hatte den jungen Mann an Land gezogen. Daniel Fridman glaubt, das es Alexej Schirow war, der ihn nach Deutschland vermittelt hat, ist sich aber keineswegs sicher. Sein Landsmann Roland Berzins spielte ebenfalls in Bonn.
Fridman bestritt für die Bonner zwei Partien, erreichte allerdings nur einen halben Punkt. Im Dresdner Schachfestival 1994 erreichte der 18jährige mit 5½ aus 9 den 36. Platz.

Fridman's Familie siedelte Ende 1998 nach Deutschland über. Er selbst folgte ihnen Anfang 1999. Mit seinem Bruder Rafael spielte er in Deutschland viele Jahre im gleichen Verein. Inzwischen ist Rafael Internationaler Meister mit Elo 2457 und bei der SG Bochum aktiv.

Regelmäßige Reisen zu Turnieren nach Deutschland folgten erst ab 1996/97. Beim Berliner Sommer 1996 erreichte er mit 6 aus 9 den 50. Platz. Weiße Dame Borbeck Essen war 1998 sein erster deutscher Verein nach der kurzen Episode in Bonn.
2001 ernannte ihn die FIDE zum Großmeister.
Seit 2004 spielt Fridman für den SV Mülheim-Nord in der 1. Bundesliga. 2005 gewann er die Deutsche Internetmeisterschaft.

 

/images/uploads/5c40b6ed26420f346688aa1b67bcaa51.jpg2006 und 2007 hat Daniel Fridman mehrere Open als alleiniger oder geteilter Sieger beendet: Marseille 2006 (1.-2.), Nürnberg 2006 (1.-3.), Lausanne 2006 (1.), Venaccu 2006 (Korsika, 1.), Liverpool 2007 (1.). Darüberhinaus gewann er mehrere Blitz- und Schnellschachturniere. In seinem Leben als Schachprofi konnte er sich in dieser Zeit also ganz erfolgreich durchbeißen.

Im Jahr 2008, ein Jahr nach seiner Einbürgerung, wurde er in Bad Wörishofen Deutscher Meister. Dies war der entscheidende Schritt für die Nominierung für die deutsche Nationalmannschaft für die Olympiade im November in Dresden. Damit ging für ihn ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung.
In der aktuellen FIDE-Rangliste liegt er bei den deutschen Spielern hinter Naiditsch und Khenkin an dritter Stelle mit Elo 2637.


 

/images/uploads/09a676277db32c450976700b089b6d7c.jpgDaniel Fridman lebt in Bochum und ist seit 2007 mit der US-amerikanischen Profispielerin und Schachtrainerin WGM Anna Zatonskih verheiratet. Beide haben eine Tochter (* 2007). Seine Frau ist amtierende Meisterin der USA. (Bild)

Für die Zeitschrift "New in Chess" verfaßte er einige Artikel.
Als Hobbys gibt Daniel Fridman neben Schach Bücher, Internet und Sport an. Er ist ein begeisterter Saunagänger.